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Das CCCamp in Hamburg zum Zweiten

cccamp_sketchnote_16„Wie schade, das war’s schon wieder,“ dachte ich, als das zweite Corporate Culture Barcamp in Hamburg zu Ende ging und alle in große Verabschiedungsszenen ausbrachen. Es waren so kurzweilige und spannende eineinhalb Tage, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist.

Mal wieder zeigt es sich, dass die partizipativen Formate nix ohne gute Teilnehmende wären. Wenn die nun aktiv ihr Wissen, ihre Erfahrungen (im Guten wie im Schlechten) in die Schale werfen, wird dadurch der Fokus eines Barcamps ganz klar beeinflusst. Waren im letzten Jahr Recruiting, Employer Branding und Schlagworte wie Lean, Agile und Scrum, wenn überhaupt, nur ganz am Rand oder in den Kaffeepausen Thema, waren sie in diesem Jahr deutlich in den Mittelpunkt gerückt. Ich sammel jetzt schon wieder fleissig Worte für meine Jahreszusammenfassung. Ein deutlicher Fokus scheint wirklich auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu rutschen. Und wie ich gesehen habe, nicht nur auf dem Papier sondern auch im gelebten unternehmerischen Alltag.

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Gelebte Werte ist daher das nächste Schlagwort auf das ich im Moment auf den verschiedenstenen Veranstaltungen oder Sessions stosse. Aber auch Kolloborieren. Hierarchien sind da auf jeden Fall ein Wort und in einer Zeit wo nicht nur Personalentwickler, sondern auch Unternehmer Frederic Lalouxs Reinventing Organisations lesen, wo Holocracy auf einmal nicht nur eine fixe Idee zu sein scheint und die Kombination von volatil, agil und Unternehmen kein Problem mehr darzustellen scheint, ist ein Barcamp zum Thema Unternehmenskultur und Werte ein um so faszinierenderes Ereignis.

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Auch in diesem Jahr wurde ich nicht enttäuscht und liebe meine Rolle als stille Beobachterin, die wie ein Schwamm alles aufsaugen kann und dann zu Papier bringt, was ich wahrnehme, höre und sehe. Ich habe einfach den besten Job der Welt 🙂

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Dieses Jahr waren auch einige Teilnehmende auf Sessions vorbereitet und hatten schon Materialien mitgebracht, nicht wissend ob ihr Vorschlag ausgewählt wird. Das fand ich bemerkenswert auf eine beeindruckte Art und Weise.

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Was ich gelernt habe:

  • Barcamps zu konkreten Themen sind eine feine Sache. Geballte Kompetenz und vielseitiges Wissen – zwei Tage lang – großartig.
  • Vernetztes Wissen und Perspektivenwechsel tut jedem Thema und vielen Menschen richtig gut.
  • Der Anteil englischer Worte in ansonsten deutschgebauten Sätzen ist ordentlich gestiegen, was drollig klingt. Ich bin mal gespannt wohin da die Reise geht. Zum Beispiel das Einstellen von Mitarbeitern wird inzwischen als Onboarding bezeichnet (Entlassen=Offboarding). Ich habe verstanden, dass da noch mehr zu gehört, aber trotzdem fand ich es bemerkenswert.
  • Fehler scheinen nicht mehr tot geschwiegen zu werden – ich steh nämlich auf eine gute Fehlerkultur und musste bislang feststellen, dass es damit in vielen Unternehmen eher mau aussieht
  • Es gibt Worte, da wird man schwer eine gemeinsame Definition finden: Werte, Unternehmenskultur,… Die Diskussion über die Definitionen birgt aber eine grobe Ahnung über das abgedeckte Spektrum hinter den Begriffen inklusive des darin enthaltenen Konfliktpotentials.
  • Eine Session ist genug für ein ordentliches protokollierendes Graphic Recording. Diesmal war es viel weniger stressig für mich, weil ich, bis auf einmal, immer im gleichen Raum war und nicht parallel zwei oder drei Sessions zu Papier bringen wollte.
  • Die Teilnehmer waren alle wohlwollend und obwohl teilweise sehr unterschiedliche Meinungen aufeinander geprallt sind, gab es keine aggressiven Konflikte sondern nur lebhafte Diskussionen. Das Format Barcamp hat eine eigene Gruppendynamik, die das, wie ich finde, gut steuert.

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Mir hat es wieder viel Spaß gemacht. Die Räume in der GLS Bank über den Dächern von Hamburg, mit Bienenstock auf der großen Dachterasse und Blick bis zur Elbphilharmonie waren sensationell und die große Teilnehmerschar (über 50) war abwechslungsreich und kreativ. Inspirierende Menschen mit coolen Firmennamen (Wollmilchsau GmbH oder Mindlounge) trafen Menschen von großen Unternehmen (Lufthansa, Axa, ÖTMV) und es wurde auf Augenhöhe, offen und sehr engagiert ausgetauscht. Ich freu mich jetzt schon aufs nächste Jahr.

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Wenn Ihr mehr erfahren wollt, oder nächstes Jahr selbst dabei sein möchtet: Hier der Link zum Camp.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Tanja,

    neben den tollen Visualisierungen auch ein schöner Bericht vom Corporate Culture Camp 2016.
    Im nächsten Jahr bist Du hoffentlich wieder dabei!
    Vielen Dank!
    Uli

    Antworten

  2. Liebe Uli,

    auf jeden Fall bin ich gerne wieder dabei 🙂

    Viele liebe Grüße
    Tanja

    Antworten

  3. Danke für Deine tollen Visualisierungen und jetzt noch Verbalbericht dazu! Sonnigen Gruß Christine

    Antworten

    • Hallo Christine,

      gerne gerne 🙂
      Sonnige Grüße zurück aus dem sommerlich anmutenden Südniedersachsen
      Tanja

      Antworten

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