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Die Facetten der Macht – in-relation BeziehungsRaumEreignis

MACHT – „Das Wort „Macht“ entstammt der ältesten Sprachschicht des Deutschen, die in den indogermanischen Ursprachen wurzelt. Es hat bereits im Althochdeutschen Vorläufer, im Altslawischen und im Gotischen: „magan“. Seine ursprüngliche Bedeutung war das Können oder Vermögen eines Menschen, also das, was er zu tun vermag – im Gegensatz zum Akt, also dem, was er tatsächlich tut. Auch die lateinische Entsprechung „potentia“ bedeutet die Möglichkeit eines Menschen, etwas zu tun. Macht steht also in wesentlichem Zusammenhang zu unrealisierter Möglichkeit.“ Hohe Luft 6/2014 Das Geheimnis der Macht von Thomas Vasek und Tobias Hürter S. 27.

Als ich die Köpfe von In Stability vor einigen Wochen kennenlernte, war ich sofort begeistert. Da waren sieben Menschen in einem Raum versammelt, die mir vorkamen wie die personifizierten „10 faces of innovation“ von Tom Kelley. Ein Buch, das ich sehr mag, weil es Gruppenprozesse gut unter die Lupe nimmt – aber das nur am Rande und zurück zu In Stability. Wertschätzend, offen und konstruktiv haben wir über meinen Job bei einem geplanten Event gesprochen und ich habe mich sofort Willkommen gefühlt. Zwei Tage lang würde das Thema Macht & Management – Die Ohnmacht der Macht und die Macht der Ohnmacht im Zentrum des Geschehens stehen. Interessant vor allem wenn so ein Konzept von Persönlichkeiten geplant wird, die sich völlig zurecht Menschenzusammenbringer nennen.

Macht Ohnmacht

Mehrmals habe ich ja schon darüber geschrieben, wie gerne ich als stille Beobachterin an den Events, für die ich gebucht werde, teilnehme. Das liegt zumeist auch an den Themen. Manchmal sind die Veranstaltungen auf Bereiche orientiert, mit denen ich mich schon auf die ein oder andere Art beschäftigt habe, manchmal betrete ich visuell wie intelektuell Neuland und manchmal stelle ich fest, dass ich mich mit Themen schon beschäftigt habe, sie dann aber wieder aus meinem unmittelbaren Fokus verschwunden sind.

Zack waren die zwei Tage Mitte Mai auch schon da und es war wunderbar. Ich bin völlig erfüllt mit Gedanken, guten Gefühlen und Inspiration nach Hause gegangen, habe spannende Menschen kennengelernt und Visionäre erlebt, die die Welt tatsächlich zum Besseren verändern. Die Mischung aus Methoden und Input, aus vorgegebenen Gedanken und ausreichend Freiraum zum selber Denken kombiniert mit einem spektakulären Raum in der Schalterhalle des Anzeigerhauses in Hannover, haben mir das Gefühl gegeben Teil von etwas ganz Besonderem zu sein.

Das Thema, um das sich alles drehte war wie gesagt: MACHT und das hat es natürlich in sich. Drei Keynotes gab es und manchmal musste ich mich sehr zusammenreissen auch tatsächlich mit zu scribbeln anstatt nur völlig fasziniert den Redenden zuzuhören und mich wohlig in das Gehörte zu versenken und meinen eigenen geistigen Wege zu folgen, die sich dadurch auftaten.

Den Anfang machten Philipp und Vivica Bree. Er, der Visionär, der mit strahlenden Augen und jugendlichem Charme von seiner Leidenschaft für Taschen spricht, die ihm durch das elterliche Familienunternehmen BREE in die Wiege gelegt wurde. Sie, die an ihn glaubt und ihm den Rücken freihält, das Organisationstalent – die Managerin. Sie erzählen von Ideen und Inspirationen, von dem Wunsch etwas zu erschaffen, das für andere zu einem GELIEBTEN OBJEKT werden kann und für die Wichtigkeit von persönlichen Kontakten – auch und vor allem im Geschäftsleben. Was dazu führt, dass sie ihre komplette CI in die Hände eines Startups legen. Vertrauen kombiniert mit Mut. Wissbegier führt zum Wunsch nach überlegener Expertise, die durch Reisen erlangt wird. Ein langer Weg bis zum geliebten Produkt, mit Aufs und Abs und einem realen Produkt als Endergebnis. Die mitgebrachten Beispiele der pb 0110 Kollektion brachten wohl alle Frauenherzen zum schneller schlagen und Augen zum Leuchten – auch meine – so wunderbar minimalistisches Design – herrlich!

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Dann kam Marcus Johst, der Medien-Profi, der sich auf Krisenmanagement spezialisiert hat. Der weiß, was es bedeutet, wenn die Medien auf einmal ihrer Glaubwürdigkeit beraubt werden. Der über Wahrheit und die Verpflichtung zu selbiger spricht und die Selbstverantwortung der Leser ins Spiel wirft. Spannend. Auch wenn ich finde, dass man das Konsumieren von Nachrichten nicht mit Obst vergleichen kann, wo man auch nicht anprangern würde, wenn über dem Marktstand „Das beste Obst“ stehen würde und man sich keinesfalls eine ernstgemeinte Debatte über den Wahrheitgehalt liefern würde. Aber im Prinzip habe ich verstanden, was er damit meinte. Selbstverantwortlichkeit – wie gesagt. Ansonsten waren aber viele Denkanstösse, die ich persönlich absolut spannend fand. Vor allem meinte er, dass die Medien besser werden und vielleicht das Ende der Printmedien nahe ist, aber nicht das der alternativen, digitalen Form der Berichterstattung, deren Informanten mutiger sind als früher. Wir können gespannt sein.

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Und schließlich Hans Reitz. Der Mann hat mich völlig vom Hocker gehauen. Entspannt und ruhig hat er von seinem Leben erzählt und wie er manchmal fast zufällig Erfolg hatte, obwohl immer etwas anderes im Vordergrund stand. Er hat mit 12 Jahren sein erstes Gewerbe angemeldet um seiner Mutter zu helfen ihn und seine Geschwister über Wasser zu halten (er kratzt Kaugummis im örtlichen Kino vom Boden), hatte mit 18 schon diverse Firmen und ist dann nach Indien gegangen um Asiatische Musik zu studieren. Ist barfuß unterwegs und trommelt und landet bei Ogilvy. Hat dann seine eigene Agentur. Trifft Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus Will und gründet ein Unternehmen unterstützt ihn und überdenkt sein Leben. Hans Reitz will seinem Freund aus Kindertagen helfen für seine Kinder in Indien das Schulgeld zu bezahlen, indem er ein Cafe in seiner Wahlheimat Wiesbaden findet, das dessen Kaffee abkauft. Da er keines findet, kauft er eins, das binnen kurzem ordentlich Profit abwirft. Die gute Tat führt zum Erfolg und das ist nicht die einzige Geschichte dieser Art. Er will die Straße in Wiesbaden verschönern in der sein PERFECT DAY Cafe steht und zahlt seinen Kindern Geld damit sie Kaugummis anmalen. Nachts übermalt er hässliche Schmierereien mit kunstvollen Werken und dank ihm wird alles umstrickt was sich finden lässt und da es immer wieder Vandalismus am Strickwerk gibt, schickt er nachts die Wollpatrouille auf den Weg. Ach ja habe ich schon erwähnt, dass er der kreative Kopf hinter der Autostadt in Wolfsburg ist? Ich hätte noch Stunden zuhören können und es hätte auch noch Stunden zu erzählen gegeben, da bin ich sicher.

Gute Tat

Man könnte meinen das wäre schon genug des inspirierenden Inputs gewesen, aber dann gab es ja noch sieben BeziehungsEreignisRäume zu so spannenden Themen wie Wissen ist Macht oder Die Macht der Liebe oder oder oder. Es war grandios. Hier ein paar der Zusammenfassungen.

Umkehre übermächtig machtlos Macht Wissen Insignien Abschied Macht

Wie so oft hat auch diese Veranstaltung gezeigt, dass es der Fähigkeit vernetzt zu denken und somit Horizonte zu erweitern, gut tut, wenn man auch mal etwas jenseits der Kernbereiche Informationen sammelt und Autoren liest, die aus ganz anderen Richtungen kommen. So gab es an diesem Tag nicht nur StarWars und die helle und dunkle Seite der Macht, ein zauberhaftes Märchen über einen Zirkuselefanten, sondern auch Denkanstösse von Byung-Chul Han, von dem ich vor längerer Zeit mal das Buch Duft der Zeit – Ein philosophisches Essay über die Kunst des Verweilens gelesen habe und den ich ganz spannend finde. Der Philosoph hat nämlich auch das Thema Macht durch seine gut ausgebildeten Gehirnwindungen getrieben und dazu sogar ein Buch geschrieben. So was mag ich gerne und es regt mich an. Außerdem habe ich mich gerade mit Luhmann beschäftigt und auch bei ihm findet man die Beschäftigung mit dem Thema Macht. Macht ist überall und wahnsinnig vielseitig. Und weil Martin Mirbizaval nicht nur meine Werke (einen Teil seht Ihr oben) sondern auch mich fotografiert hat, hier auch noch ein paar Impressionen von meiner Arbeit.

unspecifimlked unspecimllkfied unspecüp+lüified

Und zu guter Letzt: ich habe an den beiden Tagen dreimal Darth Vader und Meister Yoda gemalt. SF-Fan was will man mehr.

 

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