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Sex & Demenz für profamilia

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Wenn Sex wirklich sells, müsste dieser Beitrag meine Besucherzahlen in neue Sphären katapultieren, denn sooft habe ich noch nie und werde es wahrscheinlich auch nie wieder, das Wort Sex benutzt. Mal sehen.

Es gibt wenig, von dem ich denken würde, es ist nicht als Graphic Recording möglich. Im Moment fällt mir tatsächlich nichts ein. Als ich aber die Veranstaltung von profamilia Niedersachsen und LVGAFS vorbereitet habe, musste ich mich ein wenig anstrengen. Das Thema der Tagung „Sex trotz(t) Demenz“ wollte sensibel aber doch humorvoll verpackt werden und das war ein wenig herausfordernder als weniger intime Themen.

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Das Wichtigste zuerst: Das Thema Sex kam tatsächlich nur einmal wirklich zur Sprache – also der Akt als solches – aber es ging um Delfine, die sich vor einem Spiegel paarten. Das konnte ich natürlich fröhlich und ohne Zensurbalken darstellen. Und dann hat Hans Förstl auch noch die Kunstgeschichte hinzugezogen und über die versteckte Sexualität in den Bildern Alter Meister gesprochen. Sehr cool.

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Wie immer habe ich viel gelernt und da meine Familienmitglieder in der Regel leider nicht das Alter erreicht haben, in dem Demenz normalerweise ausbricht, bin ich absolut unerfahren im Umgang mit dementen Menschen.

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Es gibt von dem großartigen Grafiker Horst Janssen eine Zeichnung, die einen der typischen Radiergummis in blau und rot zeigt, versehen mit dem Spruch „Hier ruht, in Gott, eine Bleistiftzeichnung“. Das kam mir wieder in den Sinn, als ich mir überlegt habe, wie ich denn Demenz darstellen könnte. Während meines Kunststudiums war es für mich ein Mahnmal an meinen Perfektionismus, der gerne alles auslöschen wollte, was nach meiner Ansicht nicht gelungen war. Wenn man sich nun – übertragen – überlegt, wie dramatisch der Prozess ist, der durch Alzheimer und Demenz dazu führt, dass eine ganze Persönlichkeit, die Erinnerungen und Erfahrungen eines langen Lebens einfach ausradiert und die damit unwiderbringlich verloren sind, macht mich das einfach betroffen und fassungslos. Bei ein wenig weiterer Beschäftigung war auch schnell klar, dass ich weit aus nicht die erste war, die den Radierer als Hilfswerkzeug zur Verbildlichung von Demenz genutzt habe, aber das ist ja auch nicht das erste mal.

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Es gab nach den Keynotes, die sehr spannend waren, anschließend eine sehr lebhafte Fishbowl Diskussion, die angeregt das gerade Gehörte, die eigenen Erfahrungen aber auch neue Gedanken aufgriffen. Die Stimmung war sehr angenehm und aufgeweckt. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht alles am Ende zusammen zu fassen.

Diesmal musste ich wieder mit dem IPad ran und merke, dass – auch wenn ich meinen Teilnehmern immer sage, dass der  Perfektionismus für die Zeit des Workshops in die Cafeteria gehen kann – ich selbst meine schlechteste Teilnehmerin bin. Ich ziehe Papier und Stift dem IPad immer noch vor, weil dann alles etwas ordentlicher aussieht, ich die Schrift besser hinbekomme und überhaupt. Andererseits hat die Möglichkeit mal eben einen Schritt rückgängig zu machen auch absolut etwas.

Die Veranstaltung war schon im Februar, aber ich komme – wie schon so oft gesagt – nicht immer zeitnah dazu meine Sachen zu zeigen.

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